Petruskirche Pleinfeld

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Die Petruskirche in Pleinfeld wurde in den Jahren 1883/84 errichtet. Damit ist sie im Vergleich zu vielen altehrwürdigen Gotteshäusern in der Region recht jung. Mit Blick auf die Geschichte der Evangelischen in Pleinfeld ist sie jedoch regelrecht alt. Erst mit dem Anschluss Pleinfelds an das Eisenbahnnetz im Jahre 1849 siedelten sich vermehrt Bahnbedienstete protestantischer Konfession in dem bis dahin rein katholischen Ort an. So zählte man etwa im Jahr 1874 in Pleinfeld insgesamt 64 Erwachsene und 47 Kinder evangelischen Glaubens. Den Wunsch nach einem gottesdienstlichen Leben vor Ort belegt das „Gesuch des Komitees auf Einrichtung protestantischer Gottesdienste in Pleinfeld“ vom 29. Oktober 1874, gerichtet an das „Königliche Oberkonsistorium in München“. Für die daraufhin genehmigten 13 Gottesdienste im Jahr stellte der Markt Pleinfeld einen Betsaal im ehemaligen Landgerichtsgebäude (sog. „Kloster“) zur Verfügung. Neun Jahre später strebte man bereits nach einem eigenen Gotteshaus. Dem kam die Marktgemeinde Pleinfeld entgegen, indem sie kostenlos ein Grundstück zur Verfügung stellte. 1883 erfolgte die Grundsteinlegung; die Einweihung der Kirche fand am 28. September 1884 statt. Eine Gedenktafel auf der linken Seite des Innenraums weist darauf hin, dass die Realisierung des Kirchenbaus nur über Spenden bzw. durch Eigenleistungen möglich war. Dabei erfuhren die Evangelischen auch viel Unterstützung von den übrigen Pleinfeldern. Bis heute erzählt man sich im Ort, wie die Steine zum Bau der Kirche auch von Katholiken mit Pferdefuhrwerken aus den Steinbrüchen herbeigeschafft wurden. Errichtet wurde in der kurzen Bauzeit eine Hallenkirche in neugotischem Stil mit mehr als 120 Plätzen. Die lichterfüllte und freundliche Atmosphäre, welche die Besucher sofort in ihren Bann zieht, verdankt die Kirche den großen Spitzbogenfenstern und den hellen Wänden. Das Gestühl, der Altar und die Kanzel sind einheitlich in einem dunklen, warmen Türkiston gehalten. Bald nach der Einweihung erhielt die Gemeinde auch die staatliche Genehmigung, in der neuen Kirche Taufen, Trauungen und Konfirmationen zu feiern, und der modern anmutende Taufstein aus Kalksandstein wurde aufgestellt. Er steht in der Mitte der Kirche, am Ende des Mittelgangs vor dem Altarraum. Seine zentrale Position betont die zentrale Bedeutung des Taufsakraments. Anfang der siebziger Jahre wurde die Petruskirche renoviert. Dem damals nüchternen Geschmack entsprechend wurde die Deckenmalerei unter einer abgehängten Decke versteckt und die beiden Bilder von Luther und Melanchthon sowie der Kronleuchter wurden entfernt.

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Eine Gedenktafel im Inneren der Kirche würdigt die am Bau Beteiligten und erwähnt die Spender.