zum Neuen Jahr

Silvester Word zum Sonntag
Bildrechte: Der Gemeindebrief

Was bringt das neue Jahr? Oberhalb der Stadt sind die besten Plätze. Dort kann man gut das Feuerwerk am Himmel beobachten. Darum haben manche Familien ihr festes Silvesterritual: Um halb zwölf warm angezogen auf einen Hügel stapfen. Und mit Freunden und Nachbarn in den mitternächtlichen Himmel schauen. Viele Menschen richten zu Silvester ihre Augen auch auf die echten Sterne. Und senden mit ihren Blicken ein großes Fragezeichen in den Himmel. Was wird mir das neue Jahr bringen? Werde ich dem gewachsen sein, was mir bevorsteht?

So zu fragen ist eine alte menschliche Geste. Die Bibel nennt sie "die Augen aufheben". Das ist weit mehr als der unbestimmte Blick in die Ferne. Wer die Augen aufhebt, sucht Kontakt. Mit anderen. Oder mit Gott. Wie jener Mensch aus Psalm 121 – dem Silvesterpsalm. Sein Gebet beginnt mit einer Lebensfrage: Woher wird mir Hilfe kommen? Auf der Suche nach einer Antwort hebt er sehnsüchtig seine Augen auf. Hinauf zu den Bergen, dem Ort, wo er Gott vermutet. Uns bewegt zum Jahreswechsel dieselbe Frage. Und auch wir heben unsere Augen auf. Zum Himmel, wo wir Gott vermuten. Gut, wenn uns dieser Psalm sogar hinter den Himmel schauen lässt. Und uns die Gewissheit gibt: Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.

Elke Rudloff

Autorin Elke Rudloff, Dortmund, ist Sprecherin der ARD-Sendung "Wort zum Sonntag"

Foto: epd bild