Das Fest darf nachklingen...

Weihnachtsbaum
Bildrechte: Der Gemeindebrief

Reicht es nicht, wenn jeder dann ruht, wenn es für ihn oder sie passt? Wenn wir unsere Freizeit mit dem verbringen, wozu wir sonst nicht kommen: auf dem Sofa liegen, spielen, im Internet surfen, Serien gucken, ausschlafen, feiern. Ihre Ruhetage füllen heute viele mit schweißtreibenden Work-outs oder ausgedehnten Laufrunden aus.
Der im Feiertagsgebot geforderte, Gott geweihte Ruhetag ist mittlerweile zu einer aktiven Pausenzeit geworden. Es geht aber um eine andere Qualität der Ruhe: nämlich die Chance, sich aus dem Alltag zurückziehen zu können, sich um die eigene Seele zu kümmern, Kraft zu schöpfen für die geschäftigen Alltage.
Einige Bräuche der zwölf Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar dienen dieser Ruhe und stillen Zeit, in der man mal nichts tun muss, ja sogar nichts tun soll. Das Fest darf nachklingen, ohne Alltagspflichten und Hausarbeiten. So ist das Rauhnachtsverbot, die Türen zuzuschlagen, in diesem Sinn eben nicht nur Aberglaube. Die dunkelsten Tage im Jahr können so zur allgemeinen Atempause werden.
Und genau so eine Pause darf für uns auch der wöchentliche Ruhetag sein. Niemand soll arbeiten und keiner diese Ruhe stören, in der die eigenen Gedanken Verschüttetes freilegen können. Jeder soll bei sich ankommen und hell werden – in dieser von Gott geschenkten und ihm gewidmeten Zeit der Seelenruhe und der Glaubensstärkung.


Karin Bertheau